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“I don´t want your devotion - I want your transformation!”
(Sai Baba)
Amie lebte drei Jahre lang mit ihrem Sohn Gopala in Prashanti Nilayam, dem “Ort des höchsten Friedens”, dem Ashram von Sai Baba.
Für Gopala war es die schönste Zeit seines Lebens. Baba schenkte ihm seine volle Aufmerksamkeit, er bekam fast immer in der ersten Reihe, sprach mit Baba wie
mit seinem Papa, durfte “Padnamaskar” nehmen (Berühren der Füße - symbolische Geste für die Unterwerfung des eigenen Egos unter das Höhere Selbst, repräsentiert durch den Guru), Baba rief ihn oft zum Interview -
ohne Amie.
Für Amie waren es dagegen die drei schwersten Jahre ihres Lebens. Sie wurde nochmal mit ihren tiefsten Schatten konfrontiert, mit ihrer bis dahin chaotischen,
zutiefst schmerzvollen Vergangenheit, Kindheit, Drogensucht, Einsamkeit, Verzweiflung und tiefer Schmerz.
Eines Tages bekam sie ein Interview. Sie hatte sich vorgenommen, nicht mit aufzustehen und hineinzugehen, als Baba Gopala und die Gruppe, der sie sich
angeschlossen hatten, hineinrief. Sie kann sich nicht mehr erinnern, daß sie mitging, doch sie saß plötzlich mit im kleinen Interview-Zimmer, direkt vor Baba.
Kurz vor Ende des Interviews wendet sich Baba an Amie und schaut sie mit einem furchterregenden “Shiva-Blick” druchdringend an. Dann deutet er mit dem Finger
auf sie und fährt sie vor allen Leuten an: “You are so lazy!”... “You have such a hard heart!!”
Amie traf der Schlag! Es war schlagartig still im Raum, jeder war fassungslos. In Amie kam zuerst Scham hoch - sie hätte im Boden versinken wollen - dann
Angst und totale Hilflosigkeit. Am liebsten wäre sie sofort aufgestanden und hätte das Interviewzimmer verlassen. Sie fragte Baba: “What shall I do now?” Er schaute sie von oben herab an und winkte abfällig: “After
Gurupoornima - you GO!”
Das war dann doch zuviel! Eine unglaubliche Wut auf Baba kam hoch, Haß und totale Negativität. Als sie nach Ende des Interviews als letzte den Raum verließ,
wollte sie die Tür vor Babas Nase zuknallen und sich dann aus dem Staub machen! Als sie schon die Tür in der Hand hielt, stand Baba plötzlich mitten vor ihr. Trotz seiner 1,58 Meter wirkte er so majestätisch und
gebieterisch, daß sie sich eines besseren besann und vondannen schlich.
Zwei Wochen lang “kam die Tinte” hoch, sie war für jeden unansprechbar, hatte eine Wut und einen Haß auf alles und jeden, vor allem auf Baba. Sie verstand es
einfach nicht! Warum war er so brutal zu ihr? Was hatte sie falsch gemacht? War er überhaupt Gott?
Dann plötzlich durchfuhr sie die Erkenntnis wie ein Blitz: Das waren exakt die Worte gewesen, die sie über sich selbst dachte! Baba hatte sie 100% gespiegelt
und ihr damit gezeigt, daß er ihr Inneres durch und durch kennt! Ihr Haß verwandelte sich im Augenblick in höchste Dankbarkeit. Sie war für die nächsten fünf Tage im “totalen Bliss”.
Heute sagt sie, daß Baba der härteste Lehrer ist, den es gibt, aber auch der beste. Er “operiert” mit der Präzision eines Chirurgen. Er kehrt das Unterste
zuoberst, holt gnadenlos alle Seelenschatten hoch, auf daß sie “im Lichte der Erkenntnis”
transformiert werden. So, wie die Dhobis (Wäscher) des Ashrams die Schmutzwäsche zum Waschen abholen, wäscht Er die Seele - aber auf die indische Art (ohne Schongang): Die nasse Wäsche wird mit beiden Händen und mit voller Wucht auf einen harten Stein geschlagen. Der Schmutz wird dabei aus jeder Pore herausgeschleudert, bis die Wäsche strahlt - wie Amie.
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